MOSAIC

Stell dir vor du müsstest für eine Behandlung nur in den Bus steigen.

MOSAIC ist ein geplantes mobiles Substitutionsprojekt mit ärztlicher Begleitung, HIV- und Hepatitis-Schnelltests, HIV-Prophylaxe und psychosozialer Beratung. 

Was machen wir?

In der Region Stuttgart ist die medizinische Versorgung von Menschen mit Opioidabhängigkeit in den äußeren Stadtteilen unzureichend. Dort gibt es nur wenige Ärzt:innen, die Substitution anbieten. Lange Anfahrtswege und hohe Zugangshürden erschweren insbesondere Menschen in schwierigen Lebenslagen den kontinuierlichen Zugang zu Behandlung und Prävention. 

Das Projekt MOSAIC (Mobile Opioidsubstitution und Schnelltests zur Prävention von HIV-/HCV-Infektionen) soll als Modellprojekt diese Versorgungslücke schließen. Es sollen bis zu vier mobile Fahrzeuge zum Einsatz kommen. In einem Fahrzeug wird ärztlich begleitete Substitution angeboten, während in den anderen Fahrzeugen weitere niedrigschwellige Angebote wie psychosoziale Beratung, HIV- und Hepatitis-Schnelltests und HIV-Prophylaxe bereitgestellt werden. Im Unterschied zum aktuellen Hilfesystem, das diese Angebote meist einzeln bereitstellt, werden bei MOSAIC die verschiedenen Leistungen an festen Haltepunkten kombiniert, sodass sie für die Menschen erstens besser wohnortnah erreichbar sind und zweitens viele ihrer Anliegen gebündelt an einer Stelle geklärt werden können. Dadurch werden Zugangshürden deutlich gesenkt.  

Die mobilen Einheiten sollen täglich einer geplanten Route mit vorab bekannt gegebenen Haltepunkten und Einsatzzeiten folgen.   In den Fahrzeugen arbeiten Ärzt:innen gemeinsam mit Sozialarbeiter:innen, Psychotherapeut:innen sowie Gesundheits- und Krankenpfleger:innen, um die Versorgung für bislang unterversorgte Zielgruppen multiprofessionell, wohnortnah und bedarfsgerecht zu gewährleisten. 

Roadmap

Unsere Arbeit zeichnet sich durch Kompetenz und Professionalität aus. Wir agieren vertrauensvoll, wertschätzend und transparent mit allen Menschen und Institutionen.

  • Planung der Standorte der Fahrzeuge in Randbezirken und Stadtteilen mit hohem Bedarf. 
  • Abstimmungen mit Stadt Stuttgart, Bezirksämtern, Gesundheitsamt, Landesbehörde, Kassenärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg, Krankenkassen und Partnerorganisationen zur Umsetzung des Projekts. 
  • Sammlung und Identifikation aller rechtlichen und fachlichen Vorgaben, z. B. nach BfArM, Betäubungsmittelgesetz (BtMG), BtMVV, Leitlinien zur Substitution und Vorgaben der Bundesärztekammer. 
  • Organisation der Ausstattung der Fahrzeuge und Zusammenstellung des Teams aus Ärzt:innen, Sozialarbeiter:innen, Psychotherapeut:innen und Gesundheits- und Krankenpfleger:innen. 
  • Ausbau der Kooperationen und großflächige Informationsverbreitung an die Zielgruppe. 
  • Schulungen des Teams, z. B. zu Substitution, HIV- und Hepatitis-Schnelltests, HIV-Prophylaxe und psychosozialer Beratung. 
  • Entwicklung fester Abläufe für Behandlung und Beratung. 
  • Einrichtung von Dokumentation, Datenschutz und Qualitätskontrollen. 
  • Die mobilen Fahrzeuge gehen in Betrieb und fahren die geplanten Stadtteile und Randbezirke an. 
  • Das Projekt wird begleitend evaluiert. 
  • Erfahrungen werden gesammelt: Nutzung, Wirksamkeit der Behandlung und Angebote. 
  • Anpassung der Einsatzorte, Abläufe und Angebote, falls nötig. 
  • Das mobile Angebot soll dauerhaft in die bestehende medizinische Versorgung integriert werden. 
  • Finanzierung und langfristige Weiterführung werden gesichert. 
  • Zukünftige potenzielle Erweiterung des Angebots bei entsprechend rechtlichen Rahmenbedingungen: Überprüfung von Drogen auf Inhaltsstoffe (Drug-Checking) und Erfassung besonders starker Opioide, um Risiken für die Nutzer:innen zu verringern. 

Sie fragen, wir antworten.

Sollten wir Ihre Frage hier nicht beantworten, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail. 

  • Projektfördermittel von Gilead und AbbVie
  • Die weitere Finanzierung wird derzeit geklärt und soll Krankenkassen, das Sozialamt sowie weitere Fördergeber einbeziehen, um eine langfristige Umsetzung im rechtlich möglichen Rahmen zu sichern. 

Sie können das Projekt mit einer Spende unterstützen.

Ziel des Projekts ist es, dass auch Menschen ohne Krankenversicherung Zugang zu den Angeboten erhalten. Dies soll einerseits über passende Finanzierungsmodelle ermöglicht werden und andererseits durch Unterstützung der Betroffenen, wieder eine Krankenversicherung abzuschließen, sodass eine nachhaltige Versorgung gewährleistet ist. 

Projektleitung: Lorenz Sutter

Projektkoordination: Julie Forster

Mit freundlicher Unterstützung von